Bevor du an der Börse startest, solltest du dir einen Notgroschen aufbauen. Denn das Investment in Aktien und Aktien-ETF bringt dir zwar langfristig hohe Rendite, aber eben nur langfristig. Solltest du plötzlich von einer kleinen bis mittelgroßen Katastrophe des Lebens eingeholt werden, dann solltest du keinesfalls dein Aktienvermögen verkaufen MÜSSEN. Dein Notfallgeld ist Thema dieses Beitrags.

Darum geht es in diesem Beitrag
Warum ein Notgroschen so wichtig ist…
An der Börse geht es leider nicht immer aufwärts
Klar, an der Börse lassen sich mit Aktieninvestments tolle Renditen einfahren. Bei der Anlage in den NASDAQ 100, den US-amerikanischen Technologieindex, hättest du im Schnitt der letzten 25 Jahre grandiose 8,8 % pro Jahr verdient. Aber eben nur auf langfristige Sicht. In diesem Zeitraum hättest du auch Pech haben können: stell dir vor, du hättest im März 2000 in den NASDAQ 100 investiert, kurz vor dem Platzen der New-Economy-Blase. Du hättest 15 Jahre lang nicht mit Gewinn verkaufen können. Ganz im Gegenteil: in diesem Zeitraum hättest du bis zu 75 % Verluste in deinem Depot gesehen. Autsch.
Schlecht wäre gewesen, in diesem Zeitraum verkaufen zu müssen, weil du schnell bare Mittel brauchst. An der Börse geht es leider nicht immer aufwärts. Das gilt für Aktieninvestments, auch für Gold, Bitcoin und Immobilien, aber auch mit Anleihen bist du nicht besser dran. Denn die solltest du bis zum Laufzeitende halten, um von ihrer Sicherheit zu profitieren. Womit also bezahlst du plötzliche Katastrophen, während du dein Geld für dich an der Börse arbeiten lässt? Die Antwort ist dein Notfallgeld, der sogenannte Notgroschen.
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Dein Notfallgeld versichert die Katastrophen im Leben
Dein Depot solltest du besser nicht anfassen müssen. Egal ob deine Waschmaschine den Geist aufgegeben hat, das Auto auseinanderfällt oder du unerwartet deinen Job verloren hast. Dein Notgroschen hilft dir in den kleinen bis mittelgroßen Katastrophen des Lebens, wie zum Beispiel:
- Arbeitslosigkeit: egal ob du unerwartet gekündigt wurdest oder dich selbst gegen deinen aktuellen Job entscheidest – der Verlust des Arbeitsplatzes bringt natürlich finanzielle Engpässe mit sich, die du bis zum nächsten Job überbrücken musst.
- Unvorhergesehene Reparaturen oder Neuanschaffungen: wenn in deinem 5-köpfigen Haushalt die Waschmaschine kaputt gegangen ist oder dein Auto die Hufe hochgerissen hat: manchmal musst du halt schnell etwas Neues kaufen oder eine teure Rechnung bezahlen.
- Medizinischer Notfall: daran will niemand vorher denken. Aber wenn es blöd läuft im Leben, dann können trotz Krankenversicherung hohe Selbstbeteiligungen oder Kosten für ärztliche Behandlungen anfallen.
- Steuernachzahlungen: manchmal kommt unerwartet ein Brief vom Finanzamt oder ein Anruf vom Steuerberater – vor allem wenn du selbständig bist, musst du vielleicht ganz fix Steuern voraus- oder zurückzahlen.
- Sonstige Notfälle: jetzt male ich mal noch schwärzer – von Naturkatastrophen bis hin zu dringenden Reisen aus familiären Gründen. Es gibt viele Gründe, warum du Notfallgeld brauchen könntest.

Der Notgroschen in der Praxis
Wie hoch dein Notfallbudget sein sollte
Als Faustregel gilt, dass du drei Netto-Monatsgehälter als Notgroschen vorhalten solltest.
Aber die drei Monatsgehälter sind natürlich nur ein Richtwert für die Höhe des Notgroschens. Wenn dein Einkommen stabil und sicher ist, könnten drei Monatsgehälter ausreichen. Bei unsicherem Einkommen oder selbstständiger Tätigkeit sind sechs Monatsgehälter oder mehr empfehlenswert. Wenn du hohe monatliche Fixkosten (zum Beispiel Hypotheken und Versicherungen) hast, muss natürlich auch dein Notgroschen höher sein. Wenn du Alleinversorger deiner Familie bist, dann leg lieber mehr zurück und weniger, wenn du eine höhere Risikobereitschaft hast.
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Wo du den Notgroschen verwahren solltest
Es gibt zwei sehr wichtige Kriterien, nach denen du die Verwahrung des Notgroschen entscheidest:
- Er muss schnell verfügbar sein, möglichst noch am selben Tag.
- Du darfst nicht in Versuchung kommen, ihn für etwas anderes als für Notfälle auszugeben.
Die schnelle Verfügbarkeit beinhaltet die Sicherheit und Wertstabilität des Notgroschen. Denn natürlich willst du sicher sein, dass dein Notfallgeld dich auch wirklich rettet, statt selbst ein Problem zu sein. Daher sind schnelle Verfügbarkeit, Sicherheit und Wertstabilität viel viel viel wichtiger als Rendite. Ich sehe die folgenden Möglichkeiten zur Verwahrung deines Notgroschens:
Die erste Wahl ist das Tagesgeldkonto
Das Tagesgeldkonto ist für mich die beste Wahl zur Verwahrung des Notgroschen. Es lässt dich schnell auf dein Geld zugreifen, schützt dein Geld durch die Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro und zahlt sogar Zinsen, wenn auch sehr geringe. Gleichzeitig ist es ein separates Konto, dass dich nicht in Versuchung führt. Nutze am besten das Tagesgeldkonto bei deiner Bank, denn Konto-Hopping solltest du mit deinem Notfallgeld nicht machen.
Bargeld ist für diesen Fall nicht schlecht
Du könntest deinen Notgroschen auch ganz altmodisch in bar zuhause verwahren. Warum nicht im privaten Tresor, versteckt im Kleiderschrank oder unter dem Kopfkissen. Immerhin kommst du dadurch ganz schnell an dein Geld ran. Aber weder ist es daheim sicher, noch bekommst du Zinsen, noch bist du vor der Konsum-Verführung gefeit.
Wie wäre es mit einem Geldmarktfonds für deinen Notgroschen?
Gerade noch so akzeptabel finde ich die Verwahrung des Notgroschen in einem Geldmarktfonds-ETF. Als börsengehandeltes Wertpapier kannst du ihn nur an Börsentagen verkaufen, und bis das Geld dann auf dem Girokonto angekommen ist, können schlimmstenfalls auch mal drei oder fünf Tage vergehen. Zwar sind Geldmarktfonds-ETF recht kursstabil, aber Verluste können nicht ausgeschlossen werden. Dafür aber bekommst du gute Zinsen, und führst dich nicht in Versuchung.
Sobald der Notgroschen sicher ist, kannst du an der Börse starten
Geschafft. Mit dem Notgroschen sicherst du deine Liquidität für die kleinen und mittelgroßen Katastrophen deines Lebens. Wenn jetzt noch eine langfristig verzichtbare Summe übrig bleibt, kannst du mit diesem Startkapital dein neues Leben an der Börse starten.
Vergiss niemals: An der Börse investierst du langfristig, also mit einem Zeithorizont von mindestens zehn, besser 15 Jahren. Die Börse schwankt auf und ab, und erst im langfristigen Zeitraum hast du trotz zwischenzeitlicher Krisen zumeist eine positive Rendite. Weil du vermeiden willst, deine Wertpapiere vorzeitig verkaufen zu müssen, baust du dir den Notgroschen auf.
FAQ
Wie hoch sollte mein Notgroschen sein?
Als Faustregel gilt: drei Monatsgehälter reichen oft aus. Hast du ein unsicheres Einkommen, bist selbstständig oder hast hohe Fixkosten, sind sechs Monatsgehälter oder mehr sinnvoll. Der Notgroschen soll dich im Notfall absichern, ohne dass du dein Depot antasten musst.
Wo lege ich meinen Notgroschen am besten an?
Die wichtigste Regel: Sicherheit und schnelle Verfügbarkeit gehen vor Rendite. Am besten eignet sich ein Tagesgeldkonto. Dein Geld ist dort bis 100.000 Euro gesetzlich geschützt, jederzeit verfügbar und getrennt vom Alltag aufbewahrt. Bargeld oder Geldmarktfonds sind Alternativen, aber nur zweite Wahl.
Was hat der Notgroschen mit dem Investieren zu tun?
Sobald dein Notgroschen sicher liegt, kannst du mit dem langfristigen Vermögensaufbau beginnen, zum Beispiel mit einem ETF-Sparplan. So kombinierst du Sicherheit im Alltag mit Renditechancen an der Börse.




