Anleihen bergen trotzdem ein Risiko

Anleihen versprechen Sicherheit, wenn auch zulasten der Rendite. Welches Anleihe Risiko solltest Du beachten?

Anleihen versprechen risikofreies Investieren mit sicheren Zinszahlungen und sicherer Rückzahlung Deines eingesetzten Kapitals. Klingt perfekt, was könntest Du mehr wollen? Ist es wirklich so einfach? Du weißt bereits, dass es Rendite nur gegen Risiko gibt. Lass uns schauen, worin Anleihen Risiko bergen.

Anleihen bergen das Ausfallrisiko des Emittenten

Anleihen werden von Staaten oder Unternehmen ausgegeben. Das sind die Emittenten. Die Bonität, also Fähigkeit zur Rückzahlung Deines Kapitals wird in einem Rating festgestellt. Dabei wird die finanzielle Situation des Emittenten analysiert und daraus die Ausfallwahrscheinlichkeit bestimmt. Diese ist die Grundlage für die sogenannte Bonitätsnote, die am Beispiel der Ratingagentur Standard & Poors von AAA (beste Bonität) bis D (zahlungsunfähig) reicht. Deutschland erreicht zur Zeit ein Rating von AAA, ebenso die Schweiz (Quelle); wohingegen es für Zypern nur ein BBB- gibt.

Wie schon im Theorie-Artikel über Anleihen beschrieben, muss der Emittent einen umso höheren Kupon zahlen, je schlechter sein Rating ist, um die Anleihe für Käufer attraktiv zu machen. Je höher die Rendite der Anleihe, desto größer also auch das Ausfallrisiko. Du weißt, dass das Ziel Deiner Geldanlage ist, mindestens die Inflation zu schlagen, um Dein Vermögen vor Kaufkraftverlust zu schützen. Also musst Du ein höheres Risiko des Emittenten in Kauf nehmen, je höher die Inflation ist, um mit dem Kupon die Inflation zu schlagen.

Anleihen im Marktumfeld

Und was passiert mit dem Kurs von Anleihen bei steigenden Marktzinsen, wie wir sie derzeit erleben? Der Kurs sinkt. Denn bei steigenden Marktzinsen hat das nächste herausgegebene Anleihepaket einen höheren Kupon als das vorherige Paket. Schade, denn damit wird die vorherige Anleihe unattraktiver für Käufer, weshalb ihr Kurs sinkt. Das ist für den Halter der vorherigen Anleihe solange nicht schlimm, wie er nicht verkaufen muss. Denn Kupon und Rückzahlung sind bei guter Bonität sicher. Aber zusätzliche Kursgewinne sind nicht zu erzielen.

Weshalb also gibt es Anleihen?

Anleihen bieten also Sicherheit auf Kosten der Rendite. Mit Anleihen wirst Du die Inflation nicht schlagen. Anleihen bieten Kupons, die unterhalb der Inflationsrate liegen. Damit ist Dein Realzins negativ, Dein Vermögen wird nicht wachsen.

Aber Anleihen stabilisieren das Portfolio und schwächen Kursschwankungen an der Börse ab. Anleihen werden von risikoscheuen Anlegern bevorzugt und auch von solchen, die keinen langfristigen Anlagehorizont haben. Je älter Du bist, desto weniger Risiko wirst Du eingehen wollen, desto höher könntest Du also Deine Anleihequote im Portfolio wählen.

Mit ETF in Anleihen investieren

Du musst Anleihen übrigens nicht einzeln selbst auswählen. Genauso wie es ETF auf Aktien gibt, gibt es auch ETF auf Anleihen. Diese heißen Anleihen-ETF, oder auch Bond-ETF, und können genauso recherchiert werden wie Aktien-ETF. Natürlich gibt es auch Mischformen, sodass ETF Aktien und Anleihen enthalten. Auf den bekannten ETF-Suchportalen (zum Beispiel extraetf.com und justetf.com) kannst Du sehr bequem recherchieren.


Das war es auch schon mit der Anlageklasse der Anleihen. Im nächsten Beitrag werden wir in eine weitere Anlageklasse eintauchen. Sei gespannt!


Auch Dein Netzwerk soll mehr über Anleihen Risiko erfahren? Dann teile diesen Beitrag gern in Deinem Social Media Netzwerk.