Was an der Börse zwischen Verkauf und Kauf passiert

Ich gebe Dir überraschende Einblicke in den Börsenhandel: was tatsächlich zwischen Verkauf und Kauf eines Wertpapiers passiert

Ich bin total begeistert von der Börse. Weil sich hinter dem Begriff ‚Börse‘ so viel versteckt: ich liebe das Beobachten der Aktienkurse und das Fiebern, ob meine Wetten aufgehen. Ich verschlinge alle Nachrichten über betriebs- und volkswirtschaftliche Daten und lerne ständig etwas über die Auswirkungen von Ereignissen auf verschiedene Anlageklassen hinzu. Ich staune über die Macht der Psychologie, wenn viele Menschen und viel Geld aufeinandertreffen. Und ich frage mich, was im Hintergrund passiert: wie werden Preise festgelegt? Was läuft im Hintergrund an der Börse zwischen Verkauf und Kauf ab? Wie gelangt eine Aktie in mein Depot?

Die trockene Theorie über die Börse

Zwischen Verkauf und Kauf von fungiblen Waren: Wertpapiere, Rinderhälften, Ölfässer

In einer Börse kommen Käufer und Verkäufer zusammen, die fungible Sachen unter beaufsichtigter Preisbildung handeln wollen. Fungibel ist eine Ware, wenn sie ohne Wertverlust gegen ein anderes Stück derselben Ware austauschbar ist. Das funktioniert gut für standardisierte Waren wie Geldscheine und Wertpapiere, Kaffeebohnen und Rinderhälften, Öl und Strom sowie Emissionsrechte.

Der Vorteil der Börse für die Marktteilnehmer

Verkäufer und Käufer haben einen Vorteil vom Börsenhandel, denn mit dem Zusammentreffen vieler Kaufs- und Verkaufswünsche bleiben Preise stabil, Nebenkosten niedrig und Betrug wird vermieden. Außerdem fließt Information über die Handelsgüter schnell zwischen den Marktteilnehmern und wird sofort in den Preisen abgebildet.

Wie die Börse nicht mehr funktioniert

In meiner früheren Vorstellung vom Börsenhandel tauschen Käufer und Verkäufer ihre Wertpapiere direkt miteinander aus. Zu einem Kaufwunsch muss also immer ein Verkaufswunsch zum gleichen Preis und in der gewünschten Menge vorliegen. Tatsächlich funktionieren heute nur noch wenige Börsen nach diesem Auktionsprinzip, wie beispielsweise die Nebenwerte an der Deutschen Börse.

Market Maker stehen immer zwischen Verkauf und Kauf bereit

Viele Börsen, zum Beispiel die NASDAQ, nutzen Market Makers, die als Drittpartei zwischen Käufer und Verkäufer bereitstehen, um als „Superkäufer“ jeden Verkaufswunsch auf eigene Rechnung aufzukaufen und später an kaufwillige Interessenten zu verkaufen. Market Maker gewährleisten, dass jederzeit Wertpapiere gehandelt werden können.

Es geht auch ohne die Börse

Zwischen Verkauf und Kauf mit außerbörslichen Verträgen

Direkte Transaktionen zwischen Käufern und Verkäufern gibt es auch, aber das bleibt für uns Kleinanleger verborgen. Im Over-the-counter-Handel handeln institutionelle Marktteilnehmer außerbörsliche Verträge aus.

Verdunkelung zwischen Verkauf und Kauf

Trotz der Vorteile einer Börse und abseits der Öffentlichkeit läuft in Deutschland rund die Hälfte, in den USA sogar zwei Drittel des Gesamtvolumens außerbörslich statt. In sogenannten Dark Pools werden Auftragsbestand und Marktteilnehmer verdunkelt. Vor allem institutionelle Investoren schätzen eine solche Intransparenz, denn so können große Wertpapierorders gehandelt werden, ohne große Preisverwerfungen am Markt zu verursachen.

Soweit zur Geschichte und Funktionsweise einer Börse. Was aber passiert im Hintergrund, nachdem Du den Kaufen-Button in Deinem Orderformular bestätigt hast?

Zwischen Verkauf und Kauf an der Börse

Die Wahrheit über die Existenz von Wertpapieren

An Deinem gewählten Börsenplatz wird ein Market Maker bereitstehen, um Dir das Wertpapier zu Deinem gewünschten Preis zu verkaufen. Jetzt muss eigentlich nur noch der Übertrag aus dem Depot des Verkäufers in Dein Depot erfolgen. Ich dachte immer, dass das Wertpapier nur in elektronischer Form existieren würde und als Bits und Bytes zwischen den Depots fließen würde, aber die Wahrheit sieht anders aus.

Es gibt (immer noch) Papieraktien

Denn in Deutschland werden Aktien noch in Papierform ausgegeben. Die Papieraktien liegen bei einem Zentralverwahrer, sozusagen ein Super-Tresor für alle Banken. Das ist Clearstream. Der deutsche Teil von Clearstream verwahrt immer noch über 25 Millionen Wertpapiere in einem echten Tresor. Diesen Tresor würde ich schrecklich gern einmal sehen!

Dein Depotauszug verbrieft Dir das Recht an den Papieraktien

Clearstream ist nicht nur ein echter Wertpapiertresor, sondern wickelt auch den Eigentumsübertrag zwischen Verkäufer und Käufer ab. Dein Depotauszug verbrieft Dir das Eigentum an den Aktien, die bei Clearstream liegen. Clearstream weiß, wem welche Aktie zu welchem Zeitpunkt gehört. Dein Kauf läuft also über Bank, Börse, Market Maker und Zentralverwahrer, bevor er abgeschlossen ist. Selbstverständlich verdient auch jeder dieser Intermediäre an Deinem Kauf.

Da stellen sich schon die Fragen, warum es noch Papieraktien gibt, warum es all diese Intermediäre braucht und ob es nicht irgendwie einfacher und kostengünstiger geht?

Die technologische Geschichte der Börse

Das Finanzwesen war immer schon ein Vorreiter für Innovation

Denn schließlich waren das Finanzwesen und Börsen schon immer frühe Anwender neuer Technologien. Nachdem im 16. Jahrhundert erste Börsenhäuser gebaut wurden, handelte man in Präsenz auf dem Parkett.

  • Bereits 1867 wurde in den USA das erste Echtzeit-Massenmedium, ein telegrafischer Drucker, eingeführt, der die Kurse in Echtzeit an Empfängergeräte außerhalb der Börse sendete.
  • In Berlin wurde 1965 eine neue Kursanzeigentafel in Betrieb genommen, die die Kurse mithilfe von Diaprojektoren anzeigte, die gefilmt und auf die Bildschirme außerhalb der Börse übertragen wurde.
  • Dann wurde 1971 mit der NASDAQ in den USA der elektronische und automatisierte Börsenhandel begründet.
  • Und seit 1997 muss in Deutschland kein Mensch mehr das Parkett betreten. Die Börse ist seit dem vollelektronischen Handelssystem Xetra überall dort, wo ein Bildschirm steht.

Vor der Börse liegt eine technologische Revolution

Die Evolution der Börse wird weitergehen. Mit der Blockchain und deren Anwendungen ergeben sich neue Möglichkeiten.  Für meine aktuelle Weiterbildung über das dezentrale Finanzsystem basierend auf Kryptowährungen und NFT recherchiere ich über dezentrale Börsen. Sei gespannt auf meinen nächsten Beitrag!


Zugegeben, das war viel Theorie, die Du für den Aufbau Deines finanziellen Polsters nicht benötigst. Dafür brauchst Du praktische Hilfe, Schritt-für-Schritt Anleitungen und die Möglichkeit, Fragen zu stellen. All das biete ich Dir in einen Masterclasses.

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